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Ritualkongress 2016: Spannungsfeld Schamanismus, Kirche und Psychiatrie

Der Ritualkongress 2016 widmet sich der professionellen Ritualarbeit im Spannungsfeld des Schamanismus, der Kirche und der Psychiatrie. Diese drei Disziplinen stehen nicht nur historisch in einer engen Verwandtschaftsbeziehung, sondern sie setzen auch Rituale als Mittel ein, um mit Menschen zu arbeiten. Am Ritualkongress 2016 werden diese unterschiedlichen Perspektiven – vertreten durch ausgewiesene Experten/innen auf dem jeweiligen Feld – vorgestellt, Parallelen und Differenzen diskutiert und Visionen für eine interdisziplinäre Ritualarbeit entworfen.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich mit der professionellen Ritualarbeit ein neues Berufsfeld entwickelt, in dem Fachleute mit unterschiedlichen Hintergründen, Methoden und Praktiken mit Menschen arbeiten. Obwohl die Nachfrage nach Übergangsritualen als auch nach Ausbildungen im Bereich der Ritualarbeit stetig zunehmen, haben sich noch keine institutionellen Strukturen herausbilden können. Der Verein Celecert, die Fachschule für Rituale und SfBS möchten mit dem Ritualkongress 2016 in diese Lücke springen und der professionellen Ritualarbeit die perfekte Plattform bieten, sich über die professionelle Ritualarbeit und ihre Zukunft zu unterhalten.

Programm

  • Vier Vorträge zum Schwerpunktthema
  • Drei Workshops mit praktischen Übungen
  • Raum und Zeit für den Erfahrungsaustausch
  • Erarbeitung einer Vision für eine interdisziplinäre Ritualarbeit

Vollständiges Programm (PDF)

Referenten/innen

Vorträge

Freie Rituale zu Lebensübergängen: Was gibt dem rituellen Spannungsbogen Saft und Kraft?

Oft nicht das Vorbereitete! Sondern äusserliche Gegebenheiten, Zufälliges, Pannen, spontane Störfaktoren: Dies sind die eigentlichen Herausforderungen meiner Verantwortung. Es sind Zeichen, die mich hinführen zum eigentlichen Geheimnis des Geschehens. Sie halten hellwach.

Gisula Tscharner ist freiberufliche Theologin für Zeremonien zu Lebensübergängen und arbeitet konfessionsunabhängig in und mit der Natur. Sie ist Autorin mehrerer Bücher zur professionellen Ritualarbeit und über die Kraft der Natur.

Gisula Tscharner

Passion, Tod und Auferstehung Christi als Grundmuster christlicher Ritualarbeit

Nikolaus von Flüe entdeckte in einer tiefen Lebenskrise die Meditation des Leidensweges von Jesus Christus als bestes und heilkräftigstes Mittel der Krisenbewältigung. Die vielfältigen Deutungen vom Weg Jesu und ihre Vorbilder im Alten Testament und in der Geschichte der Religionen sind mir eine Quelle der Inspiration in der kirchlichen Ritualarbeit geworden.

Jürg Wildermuth ist reformierter Pfarrer in Schlieren (ZH), Armeeseelsorger und Mitglied der Kommission für Migrationskirchen in Zürich.

Jürg Wildermuth

Das kosmische Guckloch

Aus meiner Sicht sind schamanische Rituale kosmische Gucklöcher. Sie ermöglichen uns eine tiefe Verbindung zu uns selbst und allem Lebendigen. Dabei schenken sie uns eine Erfahrung, die uns berühren, inspirieren und wandeln kann. In einem Ritual lernen wir verwurzelt fliegen und treffen dabei auf Gott.

Lisa Wegmüller (Tao-In) arbeitet als Psychologin, Pädagogin und Coach mit schamanischen Techniken und hat sich auf Fragen der Identitätsfindung und Alltagsbewältigung spezialisiert.

Lisa Wegmüller

Ritual als Therapie: Perspektiven der Transformation

Rituale sind uralte Heilmethoden, die archaische Kräfte in unserer Psyche mobilisieren und dadurch Transformation ermöglichen. Im Ritual wird der Mensch ganzheitlich angesprochen: Sein Leiden wird nicht nur als reines Naturgeschehen behandelt, sondern in einen universellen Bedeutungszusammenhang gestellt. Auch die Psychotherapie hat das Ritual als effektive Interventionsform wiederentdeckt. Zudem wird das Potenzial aussergewöhnlicher Bewusstseinszustände wie Trance, Ekstase, psychedelischem Rausch oder mystischer Erfahrungen zur visionären Umstrukturierung des eigenen Selbst und seiner Beziehung zur Umwelt wieder vermehrt wissenschaftlich erforscht.

Dr. Dr. med. Milan Scheidegger (PUK ZH) arbeitet und forscht an der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich zu Neurowissenschaften und Psychiatrie sowie der Schnittstellen zwischen Gehirn & Geist, Wissenschaft, Philosophie, Psychoanalyse, Religion und Kunst.

Milan Scheidegger

Workshops

Weihrauch, Lärche und Beifuss

Robert Mähr ist ausgebildeter Zelebrant und Unternehmensberater. Er legt den Fokus auf Übergangsrituale (Taufe, Initiation, Hochzeit, Scheidung und Abdankung) und hat sich in seiner über 10 jährigen Praxis ein profundes Wissen in Geschäfts- und Räucherritualen und angeeignet.

 

Rituelle Gesänge

Susanna Maeder ist Gesangspädagogin, Sängerin, sowie Ritualbegleiterin und leitet die „Fachschule für Rituale“.
Im Zentrum ihrer 24-jährigen Arbeit steht die Verbindung und das Ineinanderfliessen von Musik, Gesang und Ritual.

Susanna Mäder

Schamanische Reise, Trommeln, Klang und Duft

Thomas Vogel arbeitet als Schamane und Ritualbegleiter, führt zusammen mit seiner Frau das Seminarhotel derORT und hat sich in den vergangenen Jahren auf Atem- und Trommeltechniken spezialisiert.

Thomas Vogel

Kosten

Mit Übernachtung CHF 850.- (inkl. MwSt.)

Inklusive Verpflegung (vegetarisch, biologisch und fair) und Übernachtung im Einzelzimmer. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Eine sofortige Anmeldung wird empfohlen.

Datum und Ort

13. / 14. Februar 2016 (13.2. 09:30 bis 21:00; 14.2. 08:00 bis 15:00)

Haus Säntisthur – derORT, Ennethur 818, CH-9657 Unterwasser

Zielgruppe

Herzlich eingeladen sind alle Fachpersonen, die sich im Alltag mit der Planung und Durchführung von Übergangsritualen beschäftigen.

  • Freischaffende Ritualarbeit
  • Schamanismus
  • Kirche (Pfarrei, Seelsorge)
  • Psychiatrie (Ärzte/innen, Psychologen/innen)

Presse

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